Love is equal! Gegen rechte Allianzen und Homophobie!

Am 29. September findet in Lüneburg eine Veranstaltung unter dem Motto “Keine Indoktrinierung an Niedersachsens Schulen! Bildungsplan der sexuellen Vielfalt stoppen!” der “Jungen Alternative”, die Jugendorganisation der AfD statt. Die Antifa Lüneburg/Ülzen hat gemeinsam mit den Salt City Antifas einen Aufruf gegen die Veranstaltung verfasst, den wir im Folgenden dokumentieren. Ebenfalls gibt es einen gemeinsamen Aufruf von Jusos, Grüner Jugend und der Antifa Lüneburg/Ülzen zu einer Protestveranstaltung an selbigem Tag. Mehr Infos hier.

“Love is equal!
Gegen rechte Allianzen und Homophobie!

Am 29. September 2014 will die “Junge Alternative” (JA), die Jugendorganisation der rechtspopulistischen und sozialchauvinistischen “Alternative für Deutschland (AfD), eine Veranstaltung unter dem Motto “Keine Indoktrinierung an Niedersachsens Schulen! Bildungsplan der sexuellen Vielfalt stoppen!” in Lüneburg durchführen.

Die JA will sich damit gegen Pläne der niedersächsischen Landesregierung positionieren, nach denen die Vielfalt sexueller und geschlechtlicher Identitäten im Schulunterricht thematisiert werden soll.

Zur Veranstaltung wurden neben dem Landesvorsitzenden der JA Niedersachsen, Sören Hauptstein, auch Anette Schultner und Eckhard Kuhla eingeladen. Anette Schultner ist nicht nur Beisitzerin im Landesvorstand der AfD Niedersachsen ist, sondern auch der sog. “Patriotischen Plattform” angehörig, dem extrem rechten Flügel in der AfD. Eckhard Kuhla tritt immer wieder mit reaktionären, homophoben, und antifeministischen Positionen in Erscheinung.

Aufstand der Spießer

Die JA trat im letzten Jahr mit Parolen wie “Verstand statt Ideologie” oder “Gleichberechtigung statt Gleichmacherei” auf. Ihre sexistische Kampagne “Ich bin keine Feministin” sorgte für mediale Schlagzeilen und machte deutlich, dass die JA ein zutiefst reaktionärer Verband ist. Sowohl die AfD-Jugend, als auch ihre Mutterpartei vertreten eine antifeministische und teils sogar maskulistische Ideologie, die sich durch alle Ebenen zieht. Das Frauenbild der AfD ist – so emanzipiert sie sich auch selbst beschreiben – ein verstaubtes und erzkonservatives, das schon lange überwunden sein sollte.

Die Miniformation der JA in Lüneburg, um Stephan Bothe aus Melbeck, präsentierte ihren reaktionären Charakter im Juli 2014 auf einer Veranstaltung mit Vertretern der russischen Botschaft. Offen zeigten sie so ihre Sympathie mit dem heutigen Russland unter Putin, wo Nationalismus, Homophobie und obrigkeitsstaatliches Denken zur offiziellen Politik gehören. Die dortigen antidemokratischen Verhältnisse und die Macht der Oligarchen sind offensichtlich Vorbild für Stephan Bothe und seine “Junge Alternative”.

Nun präsentieren sie sich und ihr rückwärtsgewandtes Weltbild erneut auf einer Veranstaltung, bei der der Ekelfaktor wieder extrem hoch sein wird. Mit dem Thema der Veranstaltung will die JA an eine rechte Allianz anknüpfen, die von christlich fundamentalistischen Personen und Organisationen; antimuslimischen Rassisten um den Internetblog PI-News, diversen neurechten Aktivisten und Gruppierungen; Wertkonservativen, der AfD, bis hin zu offenen Faschisten reicht und massiv in Baden-Württemberg auftritt. Dieser Allianz ist die ohnehin schon weit voran geschrittene heteronormative Ausrichtung der hiesigen Gesellschaft noch nicht genug. Ziel ist es, sich als “Bürgerbewegung” zu etablieren und so politischen Druck aufzubauen, um einen Rollback weiter voranzutreiben.

Befreiung von diskriminierenden Mustern
durch den Einzug sexueller Vielfalt im Bildungsplan

Sexualerziehung ist ein wichtiger Bestandteil von Bildung. Sexuelle Selbstbestimmung setzt voraus, dass Menschen befähigt werden, positiv, respektvoll und verantwortungsvoll mit der eigenen Sexualität umzugehen, und dies beinhaltet, ein Bewusstsein zu entwickeln über die eigenen Bedürfnisse und Rechte. Es bedeutet auch, Sexualerziehung mit einer Gender Perspektive zu versehen, um einen kritischen Blick auf Geschlechterstereotype zu entwickeln und über die ganz persönlichen Beschränkungen, die damit verbunden sind. Es bedeutet weiterhin, keine Vorurteile und Stereotype zu verbreiten, die der Rechtfertigung von Diskriminierung und Gewalt gegenüber irgendeiner anderen Gruppe dienen, sondern eine Diversity Perspektive einzunehmen, die unterschiedliche sexuelle Orientierungen und Geschlechteridentitäten umfasst.

Befreiung ist für die AfD verwirrend

Die AfD fordert “Kein Bildungsplan sexuelle Vielfalt in Niedersachsen”. Am 29. September 2014 soll Eckhard Kuhla als Referent diese Forderung inhaltlich füllen. Eckhard Kuhla tritt unter anderem als Autor antifeministischer Werke in Erscheinung und ist mit Gerhard Amend (“Schließt die Frauenhäuser”) eins der Gründungsmitglieder von Agens e. V.. Agens e. V. propagiert in seinen Texten sehr deutlich seine Meinung des Ziels von Gender Pädagogik: “Eine grundsätzliche Verunsicherung der Identitätsfindung bei den Kindern, die Vielfalt sexueller Identitäten soll Normalität werden und damit auch die Homosexualität, dass wiederum bedeutet: Die Zerstörung der klassischen Familie mit Mann, Frau, Kind(er).”

Somit ist es kaum verwunderlich, dass sich Mitglieder von Agens e. V. – allen voran Eckhard Kuhla – an der Stuttgarter “Demo für Alle” mit Redebeiträgen beteiligten und als Bündnispartner der Demo fungierten, fühlten sie sich dort ja in guter Gesellschaft unter dem Motto “Ehe und Familie vor – Stoppt Gender Ideologie und Sexualisierung unserer Kinder”. In der Stuttgarter “Demo für Alle” fanden sich unter anderem stets Anhänger evangelischer Freikirchen, konservative Katholiken; begleitet von Funktionären und Mitgliedern der AfD. Das Bündnis der “Demo für Alle” bezieht sich in seiner Entstehungsidee auf die französische “Manif pour tous” Sammelbewegung, die u.a. gegen die Option einer gleichgeschlechtlichen Eheschließung homosexueller Paare sowie deren Möglichkeit zur Adoption von Kindern demonstrierte. Das durch die u.a. steigende TeilnehmerInnenzahl der Demos entstandene politisch angespannte Klima der Angst und Gewalt gipfelte am 05.06.2013 in dem Mord an dem Antifaschisten Clément Méric durch Neonazis. Die “Manif pour tous” sind weitergegangen, haben sich weiter geöffnet und mündeten in den Demos “Tage des Zorns”, die ein offen rechtes und neofaschistisches Publikum ansprechen und um sich sammeln.

Die aktuelle Gemeinsamkeit dieser Sammelbewegungen sind die Wahrung eines traditionellen Bildes der Familie. Die “normale” Familie besteht demnach aus Vater, Mutter, Kind(er). Das “normal” bezieht sich auf Heterosexuell. Wer diesem Bild nicht entspricht soll zwar weiter in der Gesellschaft existieren dürfen aber sich doch bitte nicht als normal darstellen. Diese Unterscheidung zeigt deutlich das Verständnis von Menschsein hinter ihrer Argumentation auf. Auf der einen Seite die normalen Menschen und auf der anderen Seite die Abnormalen. Die Akzeptanz sexueller Vielfalt als Ziel eines Schulunterrichts empfinden sie als existenzielle Bedrohung ihres reaktionären Weltbildes und bezeichnen es tarnend als Verwirrung und Verunsicherung in der Entwicklung von Kindern.

Befreiung von rückwärtsgewandten Denkmustern
ist für uns eine attraktive Zukunft

Sexuelle Vielfalt stößt in der Gesellschaft nach wie vor noch auf wenig Akzeptanz. Diskriminierung und gewalttätige Übergriffe gegen Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen sind weiterhin trauriger und erschreckender Alltag. Wir wollen die konstruierten sozialen Hierarchien auflösen und das überwiegend bestehende heteronormative Umfeld hinterfragen. Die Irritation vorherrschender Sehgewohnheiten in Bezug auf Geschlecht, Sexualität und Lebensformen ist für uns ein wichtiger Schritt auf dem Weg in eine solidarische Gesellschaft ohne Ausbeutung, Herrschaft und Diskriminierung.

Dem Sexismus und der Homophobie der reaktionären Allianz setzen wir eine gleichwertige Vielfalt entgegen, die auf die Prinzipien Chancengleichheit und Gleichberechtigung aller Menschen zielt.

Gemeinsam gegen rechte Allianzen, Homo- & Transphobie, Antifeminismus, Patriarchat und Heteronormativität!

Dem rückwärtsgewandten Mittelaltertreiben
den Mittelfinger zeigen!

Antifaschistische Aktion Lüneburg/Uelzen
S.C.A. [Salt City Antifas]“

Last Minute

Last-Minute-BannerIn Glinde gibt es immer noch einen Thor Steinar Laden. Am 20.09.2014 um 12:30 Uhr findet eine Demonstration in Glinde statt. Weitere Informationen zur aufkeimenden Neonaziszene in Glinde findet ihr auf der Seite der Kampagne “Last Minute“.

 

Jugendkongress in Lübeck

“Der offene linke Jugendkongress 2014 richtet sich an alle Schüler_innen, Studis, Azubis und andere junge Leute, die Lust haben sich auszutauschen, zu vernetzen, sich einen Freiraum zu schaffen und sich politisch weiterzubilden.
Vorwissen und Skills sind nicht von Nöten. Wir bieten verschiedene interessante Workshops, Diskussionen und ein fettes Rahmenprogramm.”

Weitere Informationen erhaltet ihr hier.

Linker-Jugendkongress-Lübeck

Reclaim and Remember Konzert

KONZERT: „RECLAIM AND REMEMBER“

In der Nacht auf den 23. November 1992 verübten Neonazis zwei Brandanschläge auf von Migrant_innen bewohnte Häuser in Mölln (Schleswig-Holstein). Bahide und Yeliz Arslan und Ayşe Yilmaz starben, mehrere Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Auch in diesem Jahr gedenken Gruppen, Initiativen und Einzelpersonen den Opfern und Betroffenen der rassistischen Brandanschläge. Neben der „Möllner Rede im Exil“ (genauer Ort wird noch bekannt gegeben) und einer Gedenk-Kundgebung am 23. November in Mölln wird es erneut auch ein Gedenkkonzert geben.
Diesen Abend wollen wir gemeinsam mit  Unterstützer_innen, Freund_innen, Familie und Sympathisant_innen verbringen. Gleichzeitig sollen mit den Einnahmen des Konzertes unsere Kosten für die jährlichen Gedenkveranstaltungen und die antirassistische Arbeit gedeckt werden. Wir wollen informieren und mobilisieren.

Auf der Bühne stehen:

REFPOLK (Berlin) gemeinsam mit DAISY CHAIN (Thessaloniki) und MISS ZEBRA (Athen) – RAP

ALLTAG (Bremen) – RAVEPUNK

ONEJIRU (Hamburg) – Singer-Song-Writing, Afrobeat, Reggae Soul

CHASSY WEZAR (Hamburg) – DUB

Weitere Informationen in Kürze auf:

http://gedenkenmoelln1992.wordpress.com/

https://de-de.facebook.com/GedenkenMolln1992

DATUM: Freitag, 12.September 2014
EINLASS: 19 Uhr

EINTRITT: 6 € – 10 €
ORT: Treibsand (Alternative, Willi-Brandt-Allee 9, 23554 Lübeck (www.treibsand.org)

Neustart

Nach einiger Überlegung haben wir uns entschieden, unsere Homepage ein wenig umzugestalten. Wir sind auf ein WordPress Theme gewechselt, welches sich auch problemlos über Handy und Tablet ansehen lässt, ohne dass sich etwas verschiebt. In den nächsten Tagen werden sicherlich noch ein paar Umbauten stattfinden, wir bitten dies zu entschuldigen. Wenn ihr Anregungen oder Kritik habt, könnt ihr sie uns gerne per Email zukommen lassen.

Der alte content wird weiterhin abrufbar sein. Ein Link dafür wird demnächst bereitgestellt.

ahl logo klein

Refugees Welcome – Fight Rascism

Im Folgenden dokumentieren wir einen Artikel von linksunten.indymedia.org

 

“In der Nacht vom 01.07.2014 auf den 02.07.2014 wurde in Lübeck, das Parteibüro der Grünen mit dem Schriftzug “Refugees Welcome – Fight Racism” verschönert. Wir zeigen mit dieser Aktion unsere Solidarität mit den Refugees in der besetzten Gerhart Hauptmann Schule.
Zu den Hintergründen und der aktuellen Situation hier und hier.

Zeigt euren Protest gegen die rassistische Politik in allen Formen, in jeder Stadt immer und überall!

Für Bleiberecht!
Gegen Abschiebungen!
Gegen Gefahrengebiete und Sperrbezirke!
Gegen paramilitärische Polizei!”

WM und Nationalismus

Die Fußballweltmeisterschaft in Brasilien ist für viele Menschen Anlass, die deutsche Nationalfahne zu hissen, als Autofähnchen spazieren zu fahren oder den eigenen Körper qua Schminke unter das Diktat der Farben schwarz-rot-gold zu setzen. Mehrere wissenschaftliche Publikationen haben nationalistische und patriotische Einstellungen von Deutschen vor und nach Weltmeisterschaften untersucht und heraus gefunden, dass durch ein Event wie die Weltmeisterschaft oder Europameisterschaft die Identifikation mit dem “eigenen” Land steigt und nationalistische Einstellungen salonfähiger werden.

Die deutsche Bevölkerung ist froh, kann sie doch zu einer Weltmeisterschaft anscheinend unbeschwert die staubige Fahne aus dem Keller hervorkramen und endlich wieder stolz auf ihr Land sein. Oftmals wird dabei argumentiert, dass das eigene Bekenntnis zur Nation lediglich ein gesunder Patriotismus darstelle, ja, dass man doch endlich mal stolz auf sein Land sein dürfe und man auch andere Länder und Nationen toleriert und nur gemeinam feiern will.

Wie das dann in der Kleinstadt Mölln im Kreis Herzogtum Lauenburg aussieht, verdeutlicht dieses Video, aufgenommen nach dem Spiel zwischen der deutschen und portugisieschen Nationalmannschaft. Unter anderen sind mehrere “Sieg-Heil”-Rufe zu vernehmen.