Ein Blick zur AfD

heckendorfHeinz Heckendorf, Mitglied im Vorstand der AfD Herzogtum Lauenburg, ist ein gefährlicher geistiger Brandstifter. Die „Lübecker Nachrichten“ berichteten in ihrer Ausgabe vom 11.11.2017 erneut mit einem großen Artikel über die internen Streitigkeiten des Kreisverbandes der AfD. Dass solche internen Querelen eine Meldung wert erscheinen, streiten wir nicht ab, allerdings ist es auffällig, dass über jede Kleinigkeit im Zusammenhang mit der AfD im Kreis recht großzügig berichtet wird. Hier müssen sich die lokalen Medien fragen, ob sie nicht eine Mitschuld an rechter Hetze tragen, wenn sie den rechten Protagonisten Platz in ihren Blättern einräumen und sie so bewerben.

Bereits am 12. April 2017 warnten wir im Zusammenhang mit einem Artikel der LN über die Personalie Heinz Heckendorf vor seiner Person. In den sozialen Medien zeigt Heckendorf sein wahres Gesicht. Der Hotelbesitzer ist sowohl auf Facebook als auch auf Twitter aktiv. Dort schreibt er etwa unter dem Namen @Old_Heck rassistische Kommentare von einer „Umvolkung“, „Mischlingsproduktion“ und „Mulatten“. Auf seiner (alten) Facebookseite finden sich Gedichte, in denen er von einer Verschwörung der „Systemmedien“, der Politik und des „Gender-Mainstream“ phantasiert. Er beschwört ein Szenario, in dem das deutsche Volk von Homosexuellen und Ausländern bedroht werde. Die „Mainstream-Medien“ würden dies verschweigen und gemeinsam mit der „etablierten Politik“ in „einer nahezu kriminellen Vereinigung eine Hexenjagd auf Andersdenkende“ betreiben. Deswegen sieht Heckendorf in der Zukunft: „am Ende werden Medieneinrichtungen brennen, und hoffentlich nicht wieder zusätzlich der Reichstag“ und bietet selbst an: „[s]obald eines Tages der Notwehrbegriff auch auf geistige Angriffe ausgedehnt wird, verschenke ich Streichhölzer und Feuerzeuge“.

Das Hotel „Heckendorf“ und sein Betreiber Heinz Heckendorf ist uns schon seit 2012 bekannt. Bereits damals bekamen wir Hinweise von Gästen auf die braune Gesinnung des Hoteliers. So berichten Gäste, dass in einer abendlichen Runde Heckendorf Geschichtsrevisionismus betrieben und dabei lobende Worte für Göring und Hitler sowie die Zeit des Nationalsozialismus geäußert haben soll.

Wir finden es befremdlich, dass trotz dieser öffentlich zugänglichen Informationen lokale Medien wie die Lübecker Nachrichten ohne Recherche wiederholt Artikel veröffentlichen, in denen sie Heinz Heckendorf zu Wort kommen lassen. Dadurch tragen sie dazu bei, rechten Hetzern eine Plattform zu geben und sie bekannt zu machen. Stop making stupid people famous.

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Vortrag des RBT Lübeck zu Rassistischen Kontinuitäten in Mölln

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Das Regionale Beratungsteam gegen Rechtsextremismus Lübeck hält am 15.11. in Mölln einen Vortrag unter dem Titel „Ausgrenzung, Unterdrückung, Mord – Ein Blick auf rassistische Kontinuitäten in Deutschland“. Wir sprechen eine Empfehlung aus! Im Folgenden der Ankündigungstext.

„Ausgrenzung, Unterdrückung, Mord – Ein Blick auf rassistische Kontinuitäten in Deutschland“

Beinahe täglich finden 2017 in Deutschland Anschläge auf die Unterkünfte geflüchteter Menschen statt – weitgehend unbemerkt von der großen Mehrheit der deutschen Gesellschaft. Dabei sind sie keinesfalls als isolierte Taten einzelner „Verrückter“ zu bewerten. Ebensowenig sind die Brandanschläge in Mölln im November 1992 Ereignisse ohne Kontext gewesen. Vor diesem Hintergrund wollen wir mit dem Vortrag einen Blick auf die Verbindungslinien zwischen Gegenwart und Vergangenheit werfen. Dabei werden wir aufzeigen, dass Rassismus nicht erst bei Anschlägen auf Wohnhäuser und Unterkünfte zum Problem wird. Wir wollen der Frage nachgehen, welche Auswirkungen Rassismus auf uns und unsere Gesellschaft hat.

Mittwoch, 15.11.2017, 19Uhr
Internationale Begegnungsstätte „Lohgerberei“
Bahide-Arslan-Gang, Mölln

Gedenkveranstaltungen Mölln 2017

Sonntag, 19. November 2017, 16 Uhr, Berlin
MÖLLNER REDE IM EXIL
Es sprechen:
Esther Bejarano (Auschwitz – Überlebende und aktive Antifaschistin)
Angehörige der Familie Arslan und Yilmaz
im Hebbel am Ufer (HAU1) Stresemannstraße 29, Berlin

Organisiert von den Familien Arslan und Yilmaz und dem Freundeskreis im Gedenken an den rassistischen Brandanschlag von Mölln 1992 zusammen mit der Initiative zur Aufklärung des Mordes an Burak Bektaş in Kooperation mit dem Hebbel am Ufer (HAU)

Donnerstag, 23. November 2017, 15 – 19 Uhr, Mölln
„WIR WERDEN IMMER WIEDER DA SEIN“
OFFENES GEDENKEN an Bahide und Yeliz Arslan und Ayşe Yilmaz
vor dem Bahide – Arslan – Haus, Mühlenstraße 9, Mölln

Der tödliche mölln logoBrandanschlag von Mölln 1992
Am 23. November 1992 setzten zwei Neonazis das Haus der Familie Arslan in Mölln in Brand. Bei dem Anschlag wurden die 10jährige Yeliz Arslan, die 14jährige Ayşe Yilmaz und die 51jährige Bahide Arslan ermordet. Weitere Familienmitglieder erlitten teils sehr schwere Verletzungen. Zuvor hatten dieselben Neonazis einen Brandanschlag auf ein weiteres Haus in Mölln verübt, in dem ebenfalls Menschen aus der Türkei lebten. Neun von ihnen waren dabei schwer verletzt worden.

Obwohl der rassistische Hintergrund der Taten sofort offensichtlich war, konzentrierten sich die ermittelnden Behörden zunächst auf die betroffene Familie Arslan. Zusätzlich zu ihrer Trauer wurde sie mit Verdächtigungen belastet: Die Opfer wurden zu Tätern gemacht. Institutioneller und gesellschaftlicher Rassismus und tödliche Gewalt haben Kontinuität – davon zeugen die Taten, die Ermittlungen und die gesellschaftlichen Reaktionen im Umgang mit den Opfern des Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU) und ihrer Angehörigen sowie vielen weiteren Betroffenen rassistischer Gewalt und ihrer Lieben.

Die Möllner Rede im Exil
Seit 25 Jahren kämpft Familie Arslan gegen das Schweigen in der Stadt Mölln und die Ignoranz gegenüber ihrer Trauer und ihren Forderungen.

Vier Jahre war die Möllner Rede ein Bestandteil der offiziellen Gedenkveranstaltungen in Mölln. 2013 wurde die Rede, die immer eine kritische Bestandsaufnahme zum gesellschaftlichen Rassismus und Neofaschismus darstellt, aus dem Gedenkprogramm der Stadt Mölln gestrichen. Es war nicht länger erwünscht, dass die Familie die Redner*innen selbst aussuchte. Seitdem befindet sich die Möllner Rede im Exil. Zum 25. Jahrestag wird sie in diesem Jahr gemeinsam mit der Initiative zur Aufklärung des Mordes an Burak Bektaş in Berlin organisiert.

Rassistische Kontinuitäten
Damals wie heute ist rassistische und rechte Gewalt an der Tagesordnung und die Erinnerung daran umkämpft: Die Morde in Mölln ereigneten sich in einer Zeit rassistischer Hetze insbesondere gegen Geflüchtete, die auch Teile von Politik und Medien mit zu verantworten hatten. Mölln reihte sich ein in die rassistischen Pogrome von Hoyerswerda und Rostock, die Mordanschläge von Solingen und Lampertsheim. Nur zwei Tage vor dem rassistischen Brandanschlag von Mölln ermordete in Berlin ein Neonazi den Antifaschisten Silvio Meier.

Unabhängige Initiativen und Journalist*innen zählen für die Zeit seit 1990 bis zu 184 Todesopfer rechter Gewalt – allein in Berlin sind es mehr als 10. Auch gibt es viele weitere Morde an People of Color und Migrant*innen, bei denen niemals ein Täter gefunden wurde. Einer von ihnen war der damals 22jährige Burak Bektaş, der am 5. April 2012 völlig unvermittelt von einem unbekannten weißen Täter erschossen wurde. Ibrahim Arslan hat einmal gesagt: „Bei solchen Taten muss so lange von einem rassistischen Motiv ausgegangen werden, bis die Polizei glaubhaft das Gegenteil bewiesen hat“.

Vor allem im Zuge des gesellschaftlichen Rechtsrucks der letzten Jahre – mit rassistischen Mobilisierungen wie Pegida, den Wahlerfolgen der AfD und Verschärfungen des Asylrechts – bewegen sich auch heute rassistische Stimmungen, Bedrohungen, Gewalt und Brandanschläge auf einem erschreckend hohen Niveau. Die Situation erinnert teilweise an jene zu Beginn der 90er Jahre.

Eine Konsequenz: Selbstbestimmtes Gedenken
Inzwischen haben sich viele Angehörige, Überlebende, Betroffene und Aktivist*innen zusammen getan und erheben ihre Stimme – laut und leise, wütend und traurig, hoffnungsvoll und kämpferisch. Die diesjährige Möllner Rede im Exil wird Esther Bejarano halten. Die 92jährige Musikerin überlebte als Jugendliche Auschwitz und ist zugleich Zeitzeugin nicht nur ihres eigenen jahrzehntelangen Kampfes gegen (Neo-) Nazismus.

Flyer zu den Veranstaltungen

Kay Oelke als Trump-Fan

Kay Oelke gründet „Trump Fan Club“

oelkeLängere Zeit war es still um Kay Oelke, gestern nun ein Lebenszeichen. Im Bemühen des Spiegels, deutsche Trumpversteher von rechts bis links zu finden, wurde nun zumindest Spiegel Online ganz rechts fündig. Auf Facebook kursiert eine Seite mit dem Titel „Donald J. Trump Fanclub Deutschland“ und wie sollte es anders sein, hat Kay Oelke auch dort seine Finger mit im Spiel. Neben der Seite wurde unter gleichem Namen auch ein Verein gegründet, was bedeutet, dass es mindestens sechs weitere Personen mit Kay Oelke in einem Verein aushalten. Das ist wirklich verrückt, wenn man bedenkt, dass Oelke pünktlich zur nächsten Wahl seine Parteien und Vereine, manchmal sogar seine Ansichten wechselt. Von der CDU über den Posten des Landesvorsitzenden der Schillpartei und der ersten Gründung einer eigenen Liste, kam er 2005 zur NPD, für die er ein Mandat im Kreistag erringen konnte. 2013 verließ er die NPD laut Aussagen im Video, weil die Partei ihm zu radikal sei. In Wahrheit stand Oelkes politische und wirtschaftliche Existenz auf dem Spiel. Durch antifaschistische Interventionen verlor seine Musikgruppe „de Putenbieter“ mehrere Auftritte. Zudem wurde er wiederholt in seinem Umfeld geoutet und politscher Druck aufgebaut. Um auch in der nächsten Legislaturperiode sein Kreistagsmandat zu behalten, distanzierte er sich von der NPD und gründete ähnlich wie andere ehemalige Mitglieder der NPD eine nicht minder rechte Tarnliste namens „Rechtsstaatliche Liga“ – mit Erfolg für sein Mandat, die Partei gibt es mittlerweile nicht mehr. Auf seiner Suche nach einer neuen politischen Heimat versucht es Oelke nun mit der Partei „Deutsche Konservative/Zukunft für Deutschland“.

Was bleibt? Die Sehnsucht Oelkes nach einem starken Führer, der sich für die deutschen Interessen einsetzt, zieht sich durch seine politische Laufbahn. Angefangen bei Ronald Schill über seine Tätigkeiten bei der NPD bis hin zu Donald Trump. In der NPD war er selbst am Aufbau „einer ganz anderen Politik“ beteiligt, so war er etwa Mitgründer des „Kommunalen Bündnisses Dreiländereck Elbe“, welches kreis- und bundeslandübergreifend die nationalen Interessen bündeln und die „Regionalpolitiker der Altparteien […] bis hin zu den Krawallchaoten der Partei die Linken“ erschüttern sollte. Zum Glück fehlten und fehlen Kay Oelke sowohl Selbstbewusstsein als auch das nötige Charisma, um selbst groß auftrump(f)en zu können.

Den Wahlkampfauftakt der AfD stören

Es ist Wahlkampf in Schleswig-Holstein. Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass die NPD nicht zur Landtagswahl 2017 antreten wird. Auch wenn die NPD damit endgültig ihre politisch-parlamentarische Bedeutung zu verlieren scheint, ist dies kein Grund für uns zum Feiern. Denn mit der AfD steht eine Partei zur Wahl, die der NPD kaum nachsteht und wohl zu den größten Bedrohungen unserer Freiheit zählt. Wer es sich zur Aufgabe macht, gegen rechtsradikale Parteien, Organisationen und Verbindungen auf die Straße zu gehen, kommt nicht an der AfD vorbei. Ihre Forderungen und Äußerungen entlarven sie schon seit einiger Zeit als völkische, rassistische und faschistische Partei. Unabhängig vom Wahlkampf, aber besonders in diesem, wollen wir uns deswegen der AfD dort entgegenstellen, wo sie versucht, Öffentlichkeit zu gewinnen. Einen Anfang bildet der Wahlkampfauftakt der AfD mit Frauke Petry am 02.03. in Lübeck. Nachfolgend der Aufruf.

Solidarisch gegen den Hass – Kein AfD-Wahlkampfauftakt mit Frauke Petry in Lübeck – keine Räume für die AfD in Lübeck

Der Landesverband Schleswig-Holstein der „Alternative für Deutschland“ lädt am 02.03.2017 zu einer Veranstaltung mit der Parteivorsitzenden Frauke Petry in die Media Docks ein, um ihren Wahlkampfauftakt zu beginnen.

Entgegen der Annahme, sie seien „bürgernah“, wollen sie Sozialleistungen kürzen, Alleinerziehende benachteiligen und Steuern zugunsten der reichen, weißen Bevölkerung einführen. Die AfD versucht, mit ihrer Hetze zu spalten und durch Provokationen die politische Agenda zu bestimmen. Sie ist rassistisch, frauenfeindlich, LSBTI*-feindlich und autoritär. Sie steht für völkischen Nationalismus, neoliberale Wirtschafts- und Sozialpolitik, sie will einen reaktionären Wandel in der Kultur- und Bildungspolitik, leugnet den Klimawandel und will Atomkraft begünstigen.

Die AfD – keine Partei wie jede andere!

Björn Höcke ist nicht der einzige in den Reihen der AfD, der mehr als „nur“ rechtspopulistische Propaganda will, sondern bereit ist, eine neue faschistische Bewegung aufzubauen. Die Hetze der Partei ist verantwortlich für brennende Flüchtlingsunterkünfte. Im vergangenen Jahr forderte Frauke Petry eine schärfere Kontrolle der Außengrenzen, die notfalls mit dem Gebrauch von Schusswaffen durchgesetzt werden sollte.

Deswegen ist es wichtig, dagegen klar, öffentlich und massenhaft Position zu beziehen. Die AfD zu bekämpfen heißt: ÜBER sie zu reden – nicht MIT ihr. Und es heißt, ihr konsequent den Raum für ihre menschenverachtende Propaganda zu nehmen. Jeder Einzug in ein Parlament, jeder öffentliche Auftritt dient ihrer weiteren Etablierung und Legitimierung.

Unter keinen Umständen können wir akzeptieren, dass die AfD ihre rechtspopulistische, nationalistische, faschistische Propaganda in Lübeck, noch sonst wo verbreitet. Wir sind uns bewusst, dass städtische Gebäude Parteien Räumlichkeiten zu Verfügung stellen müssen – trotzdem wollen wir klar stellen, wir Menschen aus Lübeck wollen keine Frauke Petry, keine AfD, keinen Rassismus, Nationalismus und Hass in dieser Stadt.

Lasst und gemeinsam, laut, kreativ und solidarisch Frauke Petry, der AfD und Co. zeigen, dass sie in Lübeck und sonst wo nicht willkommen sind.

Für ein solidarisches Miteinander, für ein gutes Leben für Alle, für einen gemeinsamen Richtungswechsel!
Das Jahr 2017 braucht dein Engagement, dein
Mitgefühl, deine Kreativität, dein Durchhaltevermögen,
deine Heiterkeit, deine Intelligenz,
dein Lachen, deinen Mut, deine Disziplin, deine
Entschlossenheit. es braucht deine Fähigkeit
genau hinzuschauen und überlegt zu handeln.
es braucht ein gemeinsames Wir!

2.3.2017 / 18Uhr / Media Docks

https://www.facebook.com/events/776495642507967/

Gedenkveranstaltungen Brandanschlag Mölln 2016

flyer-bildAuch in diesem Jahr finden Gedenkveranstaltungen anlässlich des Jahrestages der rassistischen Brandanschläge in Mölln am 23.11.1992 statt. Erneut wird es die Möllner Rede im Exil sowie ein Solidaritätskonzert im Exil geben. Austragungsort ist diesmal Köln. Den Flyer als .pdf findet ihr hier.

Möllner Rede im Exil | 20.11.2016 | Kartäuserkirche Köln | 16 Uhr

Bestandteil der Gedenkveranstaltungen war seit 2009 immer auch die Möllner Rede, als kritische Bestandsaufnahme zum gesellschaftlichen Rassismus und Neofaschismus. Doch 2013 wurde die Möllner Rede aus den offiziellen Gedenkveranstaltungen gestrichen. Es passte der stets um ihren Ruf besorgten Stadt Mölln nicht in ihr Konzept, dass die Familie die Redner*innen selbst aussuchte. Seitdem lädt die Familie und der Freundeskreis im Gedenken an die rassistischen Brandanschläge in Mölln jährlich zur Möllner Rede im Exil ein.

In diesem Jahr wird die Möllner Rede in Köln gehalten. Auch Köln war in seiner jüngeren Geschichte mehrfach Tatort von rassistischen Anschlägen. So verübte allein der NSU zwei Bombenattentate, die MigrantInnen töten und in ihrem Umfeld Angst und Schrecken verbreiten sollten. Nur durch glückliche Zufälle wurde durch die Detonationen in der Probsteigasse im Jahr 2001 und in der bekannten Geschäftsmeile Keupstraße 2004 niemand getötet, aber zahlreiche Menschen zum Teil schwer verletzt. Es gibt ein Band, das die Opfer der Anschläge von Mölln und Köln verbindet. Sie eint nicht nur die Erfahrung, mit rassistischem Terror konfrontiert zu sein und als Opfer zum Täter erklärt worden zu sein, sondern auch die Erfahrung von Solidarität. Mitglieder der Familie Arslan waren oftmals in der Keupstraße zu Gast und haben hier den Opfern Mut zugesprochen. Sie haben sie darin bestärkt gemeinsam ihre Geschichte zu erzählen und Forderungen zu stellen. So ist die Familie Arslan ein Teil der Geschichte dieser Straße geworden, an dem heute Rassismus unüberhörbar angeklagt wird.

Die Möllner Rede findet in diesem Jahr zum sechsten Mal
statt und wird zum vierten Mal im Exil gelesen. Redner*innen der letzten Jahre waren unter anderem die Journalistin Beate Klarsfeld und Argyris Sfountouris, Überlebender des SS-Massakers im griechischen Distomo 1944.

Dieses Jahr wird die Rede von dem Schriftsteller und Menschenrechtler Doğan Akhanlı gelesen. In seinen Romanen und Aufsätzen, in Interviews und Projekten setzt Akhanlı sich immer wieder für den wahrhaftigen Umgang mit historischer Gewalt und für die Unteilbarkeit der Menschenrechte ein. Aktuell beschäftigt er sich u.a. mit der rassistischen Mord- und Anschlagserie des NSU.

Veranstalter*in: Initiative „Keupstraße ist überall“ & Kölner Tribunal-Forum, Freundeskreis im Gedenken an den rassistischen Brandanschlag von Mölln 1992 in Kooperation mit AWO Bezirksverband Mittelrhein

Solidaritätskonzert “Reclaim and Remember” | 26.11.2016 | Café Sabahçı, Keupstr. 87, Köln-Mülheim | 19h

Das Konzert zur Möllner Rede im Kölner Exil mit

* Mal Eleve (Irie Revoltes, https://www.facebook.com/irierevoltes/?fref=ts)

* Chaoze One, https://www.facebook.com/Chaoze.One.Official

* Esrap, https://www.facebook.com/ESRAP.djreco

* Microphone Mafia, https://www.facebook.com/Tcamicrophonemafia

Mehr Infos dazu findet ihr hier.

[Schwarzenbek] Nazis drohen dem anarchistischen Sommerfest

188703Am Samstag, den 03. September 2016, findet in Schwarzenbek das anarchistische Sommerfest statt.

Aus der Selbstbeschreibung:

Bei dem anarchistischen Sommerfest in Schwarzenbek werdet ihr neben leckerem (veganem) Essen gegen Spende und kühlen Getränken die Gelegenheit haben schönster musikalischer Kunst zu lauschen. Lasst eure Füße in dem kleinen Gewässern im Stadtpark treiben, deckt euch mit Büchern, Schriften und Zeitungen für Herz und Verstand ein, genießt die Spätsommersonne und beobachtet die (hoffentlich wenigen) Wolken am Himmel.

Eine tolle Sache, so gibt es mit dem Sommerfest eine Alternative zu sonstigen Veranstaltungen, die sich meistens im Stile von Schützenfesten und Scheunenfeten bewegen. Leider denkt das Ordnungsamt der Stadt Schwarzenbek anders und versucht in provinzieller Manier das Sommerfest mittels Auflagen, dem Nicht-Einhalten von Fristen und ähnlichem zu verhindern. Dennoch wird das Sommerfest stattfinden.

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Provinzposse um Sommerfest in SBK

thumb-2134561235468796412331487945Jeden Tag aufs neue überrascht uns die Provinz, in der wir leben. Da finden sich Menschen in Schwarzenbek, die die Bedrohung und Einschüchterung durch Neonazis erkannt oder selbst erlebt haben und wollen dagegen ein Zeichen setzen. Ein anarchistisches Sommerfest soll den Rahmen bieten, um entspannt mit netten Menschen, guter Musik, gutem Essen und der Möglichkeit von politischen Gesprächen dem Alltag zu entfliehen. Eine schöne Sache, wie wir finden. Nicht so schön findet die Stadt Schwarzenbek bzw. das dortige Ordnungsamt. In einer klassischen Provinzposse wehrt sich das Ordnungsamt gegen die Durchführung, in dem es absurde Auflagen, die z.T. in ihrer Form einmalig sind, für das geplante Sommerfest verhängt.Totz Gerichtsprozess und dadurch entstandene Schulden, lassen sich die Menschen in Schwarzenbek nicht unterkriegen und brauchen jetzt eure Unterstützung und Solidarität! Verbreitet die Nachricht, macht das Geschehene öffentlich, nutzt alle Kanäle und am wichtigsten: kommt am 03. September zum Sommerfest nach Schwarzenbek!

Artikel über die Auflagen und den Streit mit dem Ordnungsamt: http://agsbk.blogsport.de/zusammenschluss/agsbk/schikane-gegen-das-anarchistische-sommerfest/

AfD-Landesparteitag in Rendsburg verhindern!

Am 10. und 11. September 2016 will die nationalistische „Alternative für Deutschland” (AfD) in Rendsburg ihren nunmehr zweiten Landesparteitag in diesem Jahr abhalten. Wurde die letzte Zusammenkunft des AfD-Landesverbandes im April in Henstedt-188072Ulzburg noch zum Schauplatz einer Schlammschlacht parteiinterner Machtkämpfe, sollen nun die Weichen für die im Mai 2017 bevorstehenden Land- und Bundestagswahlen gestellt, das entsprechende Wahlprogramm beschlossen und Direktkandidaten aufgestellt werden.

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Nationalismus ist keine Alternative

Wir verweisen auf die Kampagne “Nationalismus ist keine Alternative”. Anlässlich des Landesparteitages der AfD im September in Rendsburg und den anstehenden Wahlen im nächsten Jahr, haben sich Gruppen in Schleswig-Holstein entschlossen, Teil der Kampagne zu werden.

Neueste Informationen zur Kampagne und wie ihr euch einbringen könnt, erhaltet ihr hier: https://nationalismusistkeinealternative.net/sh/

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