Überblicksartikel zur Situation in Mölln und Umgebung

Dass es in den 90ziger Jahren auch in Mölln ein Problem mit Neonazis gab, ist kein Geheimnis. Überliefert sind uns die Auseinandersetzungen zwischen rechten Skins und Antifaschist_innen in Mölln und Umgebung durch das damalige Informationsblatt der „Antifa Jugendfront Mölln“. Im Folgenden soll ein kleiner Überblick über die Neonaziaktivitäten Anfang der 90ziger Jahre gegeben werden, um anschließend auf die Aktivitäten lokaler Neonazis der letzten Jahre hinzuweisen.

Oktober 1992

Am 14.10.1992 stecken Neonazis einen Kornspeicher in Mölln in Brand. Der alte Kornspeicher sollte in Zukunft als Unterkunft für Flüchtlinge dienen. Ein rassistisches Tatmotiv ist offensichtlich, so finden sich an den verbliebenen Wänden gesprühte rechte Parolen wie u.a. „Ausländer raus“. Vorausgegangen waren bereits Anschläge auf Asylbewerberunterkünfte in Gudow und anderen Orten im Kreis Herzogtum Lauenburg.

Die Neonaziszene im Kreis konnte sich von der Öffentlichkeit und der Staatsmacht ungestört formieren und auftreten. In lokalen Kneipen versuchten rechte Akteure ihre extrem rechte Propaganda salonfähig zu machen und fanden nicht selten Gehör bei Möllner Bürger_innen. Doch die rechten Skinheads setzten auch ihre Stammtischparolen in die Tat um. So wurden Antifaschist_innen, jene, die als einzige Kraft dem rechten Treiben etwas entgegensetzten, durch die Stadt gejagt oder auf dem örtlichen Herbstmarkt verprügelt. Dass Menschen, die nicht in ein Bild von deutscher Volksgemeinschaft passten, den jährlich stattfindenden Herbstmarkt lieber meiden sollte, war ebenfalls kein Geheimnis. Damals wie heute ist der Möllner Herbstmarkt Anlauf- und Treffpunkt der norddeutschen Neonazi und Skindheadszene. Wer nicht in ihr Weltbild passte, sich an ihrem Auftreten, den Parolen, rassistischen Liedern und Hitler-Grüßen störte, wurde angegangen oder verprügelt.

Um auf die rechten Aktivitäten aufmerksam zu machen und der rechten Hetze etwas entgegenzusetzen, veranstaltete die „Antifa Jugendfront Mölln“ am 31.10.1992 eine Demonstration in Mölln. Aufgrund des damaligen Potentials rechter Jugendlicher und junger Erwachsener, rechneten die Antifaschist_innen fest mit dem Erscheinen von Neonazis. Bereits kurz nach dem Start der Demonstration mit rund 400 Teilnehmer_innen zeigten sich 30 Neonazis aus dem Kreis und dem nahen Schwerin. Die Polizei reagierte überrascht und überfordert, die Antifaschist_innen entschieden sich für eine friedliche Fortsetzung der Demonstration. Die Neonazis versuchten, die Situation zum Eskalieren zu bringen. Weil am Abend erneut 40 Neonaziskins auf dem Herbstmarkt ungestört feierten, schlossen sich 150 Antifaschist_innen zu einer Spontandemonstration zusammen. Durch gezielte antifaschistische Intervention mussten mehrere Neonazis die Nacht im Krankenhaus verbringen. Auf der Demonstration fragte ein Transparent der „Antifa Jugendfront Mölln“ nach der Kontinuität rassistischer Ausschreitungen: „Hoyerswerda, Rostock, Mölln?“ und sollte damit auf tragische Weise recht behalten.

November 1992

In der Nacht auf den 23.11.1992 verübten die beiden Neonazis Lars Christiansen und Michael Peters zwei Brandanschläge auf überwiegend von türkischen Familien bewohnte Häuser in Mölln. Beim Anschlag auf das Haus in der Ratzeburger Straße werden mehrere Menschen z.t. schwer verletzt, in der Mühlenstraße sterben die 10jährige Yeliz Arslan, die 14jährige Ayse Yilamz und die 51jährige Bahide Arslan, weitere Familienmitglieder werden z.t. schwer verletzt. Durch die Bekenneranrufe der beiden Neonazis wird klar, dass es sich um ein rassistisches Tatmotiv handelt, trotz alle dem verbreiten sich andere Gerüchte zum Tathergang, die leider bis heute bestehen bleiben.

Am Abend des 23.11.1992 finden sich 6000 Menschen zusammen, um ihre Wut und Trauer auf die Straße zu tragen. Antifaschist_innen handeln und statten örtlichen Neonazis Hausbesuche ab. Nach Aussagen von Neonazis wurden diese durch vielfältige Aktionen und durch polizeiliche Ermittlungen stark eingeschüchtert, sodass viele von ihnen sich (vorerst) zurück zogen und einige ihre politischen Aktivitäten einstellten. Festzuhalten bleibt, dass nicht nur die Möllner Zivilgesellschaft, die lokalen Medien, die fleißig hetzten, sondern auch die Polizei versagt hat. So zeigt sich ein Möllner Neonazi im Interview mit der „taz“ im Dezember 1992 zu den beginnenden polizeilichen Ermittlungen überrascht, denn die Polizei habe sie, die Neonazis, mehr oder weniger „machen lassen“.

Am 28.11.1992 gab es als Reaktion auf die Brandanschläge in Mölln eine Demonstration mit 15.000 Teilnehmer_innen. Während der kraftvollen Demonstration werden auch die Scheiben der damaligen Kneipe und Neonazi-Treffpunkt „Hanseat“ zerstört. In Mölln und Umgebung scheint man sich einig: es muss etwas gegen Neonazis unternommen werden, die Ereignisse dürfen sich nicht wiederholen.

Etliche Jahre Später

Anfang der 2000er Jahre stellten lokale Antifaschist_innen ein erneutes Erhärten extrem rechter Strukturen fest. Die Neonazis im Kreis Herzogtum Lauenburg konnten immer mehr an Zulauf gewinnen. Parallel dazu scheinen die vergangenen Ereignisse in Vergessenheit zu geraten. Das jährliche Gedenken in Mölln wird seitens der Stadt, dem Bürgermeister und lokalen Politiker_innen eher als Event zur Selbstbeweihräucherung und Selbstinszenierung benutzt. Man setzt ein betroffenes Gesicht auf, lässt sich mit den Angehörigen der Verstorbenen und den Opfern der Brandanschläge ablichten und klopft sich gegenseitig auf die Schulter, um sich selbst zu vergewissern, dass sich Mölln nicht wiederholen könne – man sei ja weltoffen und tolerant.

Die Wirklichkeit sieht anders aus. Aufgrund dessen haben sich antifaschistische Gruppen gemeinsam mit dem VVN/BdA und der Partei Die Linke dazu entschieden, seit 2007 eigene Gedenkveranstaltungen zu veranstalten, mit dem Anspruch, an das Geschehene zu erinnern und die aktuellen Entwicklungen nicht aus dem Blick zu verlieren. Ein wichtiges Anliegen war es, die Brandanschläge in die deutschen Verhältnisse und die Stimmung Anfang der 90ziger Jahre einzubetten, die rassistische Kontinuität aufzuzeigen und über lokale Neonazistrukturen und Aktivitäten aufzuklären. Dies führte zu einem Bruch mit der Stadt Mölln und dem als Reaktion auf die Brandanschläge gegründeten Verein „Miteinander leben“. Seit 2011 gibt es Kontakt zu den Überlebenden und Familienangehörigen der Verstorbenen. Zum zwanzigsten Jahrestag der rassistischen Brandanschläge gab es eine Vielzahl an Veranstaltungen, darunter eine bundesweit beworbene Gedenkdemonstration.

Zwischenzeitlich schien es so, dass die Möllner und Ratzeburger Zivilgesellschaft das Neonaziproblem im Kreis anerkannte. Die Neonazis waren schlichtweg auch einfach nicht mehr zu ignorieren. In Ratzeburg gab es das sogenannte „NS-Haus“, eine WG von Neonazis, zuerst in der Schmiedestraße, später in der Langenbrücker Straße. In diesem Haus trafen sich freie Kameradschaften, autonome Nationalisten und NPD-Funktionäre, um gemeinsam zu feiern und sich zu politisieren. Gerade auf örtliche Jugendliche besaß das „NS-Haus“ teilweise eine große Anziehungskraft.

Rechtes Propaganda Material wurde flächendeckend verklebt, gemeinsam zu Demonstrationen gefahren, eine rechte Kundgebung auf dem Ratzeburger Marktplatz angemeldet. Jener Marktplatz wurde zur „national befreiten Zone“ erklärt. Dieser Anspruch wurde durch körperliche Gewalt durchgesetzt. Alternative Jugendliche, bekennende Antifaschist_innen und Migrant_innen oder Menschen, die dafür gehalten wurden, wurden bedroht, verfolgt und geschlagen. Im gesamten Kreisgebiet verbreiteten sich Neonazis und machten keinen Hehl aus ihrer Gesinnung. Am ersten Weihnachtsfeiertag 2007 griffen Neonazis antifaschistische Jugendliche in der Langenbrücker Straße an. Der Neonazi Christian Wachholtz schlug einen Jugendlichen mit einer Dachlatte nieder und verletzte ihn schwer.

Durch starkes antifaschistisches Engagement, interne Streitigkeiten und Gerichtsprozessen kam es 2010/2011 zur Auflösung des „NS-Haus“ und zur Auflösung der bekanntesten Kameradschaft „Nationale Sozialisten / Nationale Offensive Lauenburg (NaSo Lb)“. Wenig später stand es auch im den Kreisverband der NPD schlecht. Nach wenigen Jahren der offensichtlichen Ruhe sind es zum Teil alte Gesichter, die sich erneut öffentlich politisch betätigen. So sprühte der ehemalige Kopf der aufgelösten „NaSo Lb“ gemeinsam mit einem unbekannten Täter Morddrohungen gegen engagierte Politiker_innen und eine Pröbstin an öffentliche Gebäude, Privatwohnungen und Privatautos. Im Prozess gab er die meisten Taten zu und wurde rechtskräftig verurteilt. Wenige Wochen zuvor trafen sich in der Silvesternacht zu 2012 etwa 15 Neonazis auf dem Marktplatz in Ratzeburg. Sie kamen aus der Richtung des ehemaligen „NS-Hauses“ in der Ratzeburger Straße. Betrunken gröhlten sie Parolen, riefen „Sieg-Heil“ und attackierten die Polizei erst mit Flaschen und Böllern, beim Versuch einer Festnahme schließlich auch mit Fäusten und Tritten. Neben auswärtigen Neonazis stach hierbei der Möllner Norman Krüger als Rädelsführer hervor. Im späteren Prozess gestand sich dieser sein Alkoholproblem ein, will sich allerdings an nichts erinnern können. Im Vorfeld der Gedenkdemonstration 2012 tauchten in der Stadt Mölln mit Schablonen gesprühte Schriftzüge, u.a. „Nationaler Sozialismus jetzt“, auf. Ein örtlicher Neonazi verriet seinen Kameraden bei der Polizei, weil nach er nach eigenen Angaben von „ausländischen Mitbürgern“ als Schuldiger ausgemacht und beleidigt worden sei. Da er mit den „autonomen Nationalisten“ ein Problem habe und sie durch derlei Aktionen der Bewegung schaden würden, gab er der Polizei den entscheidenden Tipp, der zur Verurteilung des Möllner Neonazis Marco Schmidt führte.

Die beiden ehemaligen Mitglieder der „Nationalen Sozialisten /Nationale Offensive Lauenburg“ Tim Jessen und Dominic Rösch waren kurze Zeit beim mittlerweile aufgelösten „Aktionbündnis Lübeck / Stormarn“ aktiv und betätigten sich als Wahlkampfhelfer für die NPD im Kreis Herzogtum Lauenburg. Nach dem sich dessen Vorstand von der Partei u.a. wegen des anhaltenden antifaschistischen Drucks abgewendet hatte, ließ sich der noch junge Simon Haltenhof zum Vorsitzenden des Kreisverbandes Lauenburg / Stormarn wählen. Haltenhof unterhält Kontakte zu höheren NPD Funktionären sowie zu freien Kameradschaften und „autonomen Nationalisten“. Gemeinsam mit Tim Jessen und Dominic Rösch fährt er zu Demonstrationen, verklebt Plakate und Sticker und verteilt Flyer. Statt wie früher durch öffentliche Aktionen und körperliche Gewalt aufzutreten, scheinen die organisierten Neonazis vermutlich mit Hinblick auf ihr Engagement in der NPD ihre Taktik zu ändern. Abseits von Demonstrationen sind die Akteure der rechten Szene selten als solche zu erkennen. Vielmehr versucht man durch klandestine Treffen und Veranstaltungen die Szene zu stärken und über soziale Medien neue Kräfte anzuwerben. Darüber hinaus wird die Propaganda ausgelagert, sodass Plakate und Sticker nach Möglichkeit nicht auf die NPD und Haltenhof zurück zu verfolgen sind. So treffen sich organisierte Neonazis im gesamten Kreisgebiet, um nachts Sticker und Plakate zu verkleben, rechte Parolen zu sprühen oder schlichtweg um zu saufen. In Ratzeburg, Mölln, Schwarzenbek, Geesthacht und Büchen, um nur mal die größeren Orte des Kreises zu nennen, fanden sich so in den vergangenen Monate vermehrt Plakate und Aufkleber, die auf den „Nationalen Widerstand Schleswig-Holstein“ zurück zu führen sind. Ihre Spuren scheinen die Neonazis allerdings nicht gut zu verwischen: als V.i.S.d.P. ist der NPD Funktionär Martin Vorwerk aus Ahrensburg, der gemeinsam mit Haltenhof den Vorsitz des Kreisverbandes innehat, aufgeführt.

Am 13.12.2014 organisieren die Genoss_innen der „Anarchistischen Gruppe Schwarzenbek“ aufgrund der Klebeaktionen und der verstärkten öffentlichen Präsenz der Neonazis in Schwarzenbek eine Demonstration.

Und das Gedenken heute?

Die Reaktion des Möllner Bürgermeisters Jan Wiegels auf die angesprochenen Schmiereien vor dem 20. Jahrestag der Brandanschläge offenbart, worum es den Politiker_innen in Mölln wirklich geht. Er erkennt in den nationalistischen und faschistischen Graffiti in Mölln keinen Anlass, sich mit neonazistischen und rassistischen Strukturen auseinanderzusetzen oder diese zumindest anzuerkennen. Seine Sorge gilt am nächsten Tag nicht etwa den Betroffenen und potentiell Betroffenen von rassistischer und neonazistischer Gewalt. Ferner sorgt ihn auch nicht die sich wieder in die Öffentlichkeit trauende Neonaziszene. Einzig und allein sorgt er sich um das Ansehen und das Image der Stadt Mölln als vermeintlich weltoffene Stadt. So appelliert er an „alle Hausbesitzer, diese Machwerke schnellstmöglich zu entfernen, gerade unmittelbar vor dem Jahrmarkt, zu dem viele auswärtige Besucher nach Mölln kommen“. Kaum auszudenken wäre der Schaden für die bundesweit als Tourismusstadt bekannte Stadt Mölln, fiele der ein oder anderen Person doch die Schmierereien auf. Die Stilisierung des Jahrmarktes als jährlicher Publikumsmagnet und als größtes Aushängeschild Möllns wirkt für uns Antifaschist_innen gerade zu zynisch und grotesk. Waren es doch die Herbst- und Jahrmärkte, auf denen es seit Anfang der Neunziger Jahre immer wieder zu Übergriffen auf Migrant_innen und Antifaschist_innen gekommen war. Auf diesen Märkten versammelten sich bevorzugt Neonazis aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg sowie aus anderen Städten, da sie sich über ihre personelle Hegemonie auf den Herbst- und Jahrmärkten bewusst waren. Nicht nur Tourist_innen, denen gegenüber sich Mölln als eine Stadt „friedliche[n], kooperative[n] Miteinander[s] sämtlicher Einwohner/innen, unabhängig von Herkunft und Religion“ präsentieren will, sondern gerade Neonazis und Rassist_innen finden an diesen Tagen den Weg nach Mölln, um in alter Tradition das vermutlich größte Volksfest des Kreises zu besuchen. So kam es auch auf dem anschließenden Herbstmarkt zu Auseinandersetzungen mit einer Personengruppe, welche neonazistische „Anti-Antifa“-Kleidung trug und sich damit unbehelligt auf dem Herbstmarkt bewegen konnte.

Statt den Betroffenen und Opfern der Brandanschläge einen Rahmen für ein würdiges Gedenken an die Toten zu geben, scheinen die Politiker_innen und die Verantwortlichen der Stadt Mölln mehr am Ansehen der Stadt interessiert zu sein. Opfer des Geschehenen, die dazu auch noch ihre Stimme erheben und vor Neonazis und rechter Stimmung in Mölln zu warnen, stören dabei. Eigentlich ist man des Gedenkens leid und will vergessen. Nach zwanzig Jahren soll anscheinend, wenn es nach der Stadt geht, endlich einmal Schluss sein.

Zu einer ähnlichen Reaktion kam es, als jüngst die örtliche Moschee in Mölln Ort rassistischen Hasses geworden ist. Eine bisher unbekannte Person urinierte in das Treppenhaus des Glaubenshaus, zuvor wurde ein Beutel mit verwestem Fleisch und Farbe an den Eingang geworfen. Später tauchte ein rassistisches Schreiben auf, in dem die Mitglieder der türkischen Gemeinde aufgefordert wurden, Mölln zu verlassen. Statt nun einzusehen, dass Mölln von einem friedlichen Miteinander weit entfernt ist, wurden die Ereignisse vorerst der Öffentlichkeit vorenthalten und erst nach einigem Druck auf die Verantwortlichen öffentlich gemacht. Offiziell wurde dieses Vorgehen mit der Angst vor Nachahmungstäter_innen begründet. Da trotz Geheimhaltung allerdings drei verschiedene Taten geschehen konnten, scheint der wahre Grund eher der Verlust des Ansehens Möllns gewesen zu sein. Nicht um die Menschen in Mölln wird sich hier gesorgt, sondern um die Stellung als Tourismusstadt. Der wahre Narr ist in Mölln nicht Till Eulenspiegel, welcher als Skulptur verewigt auf dem Kirchberg sitzt, sondern der Bürgermeister.

Zur Fußballweltmeisterschaft der Männer 2014 sammelten sich Jugendliche und Erwachsene auf den Straßen Möllns, um den Sieg der Nationalmannschaft über die portugiesische Auswahl zu feiern. Dabei kam es zu rassistischen Äußerungen und „Sieg-Heil“ Rufen. In den Medien wurde lediglich über die ausgelassene Stimmung und die leichten Verkehrsbehinderungen berichtet.

Auch in diesem Jahr wollen wir deshalb gemeinsam mit verschiedenen Gruppen und Initiativen sowie den Angehörigen der Betroffenen und den Opfern der Brandanschläge an die furchtbaren Taten erinnern und den Verstorbenen gedenken. Die Stadt Mölln weigert sich seit letztem Jahr, Räumlichkeiten bereit zu stellen. Deshalb fand das diesjährige Gedenkkonzert bereits in Lübeck statt. Die „Möllner Rede“ findet auch in diesem Jahr im Exil statt und zwar im Glockenhaus in Lüneburg. Rednerin ist Adetoun Küppers-Adebisi. Sie ist Diplom-Wirtschaftsingenieurin und schreibt an ihrer Doktorarbeit zu Gender und postkolonialem Wastemanagement zwischen Deutschland und Afrika. Die Präsidentin von AFROTAK TV cyberNomads, dem Schwarzen Deutschen Kultur, Medien und Bildungsarchiv infiltriert mit eigenen Wissensmanagement-Ansätzen den weißen Mainstream. Gegenwärtig arbeitet die Autorin und Publizistin als Lehrbeauftragte für Schwarze,- und Afrikanisch-Deutsche Literatur an der Humboldt Universität zu Berlin. Am 23.11. wollen wir dann gemeinsam mit euch vor dem Brandhaus in der Mühlenstraße ab 15 Uhr eine Gedenkkundgebung veranstalten. Nähere Informationen zum Ablauf findet ihr demnächst auf www.gedenkenmoelln1992.wordpress.com sowie auf www.ahl-antifa.org. Wir freuen uns über zahlreiches Erscheinen. Außerdem freuen wir uns über Werbung auf unterschiedlichen Plattformen und Kanälen für die Veranstaltungen im November.

Antifa Herzogtum Lauenburg

Termine:

Donnerstag, 06. November 2014

Möllner Rede im Exil“

Ort: Glockenhaus
Beginn: 19.00 Uhr
Anschrift: Glockenstraße 9, 21335 Lüneburg
Eintritt Frei

Sonntag, 23. November 2014
„Reclaim and Remember“
Offenes Gedenken an Bahide und Yeliz Arslan und Ayşe Yilmaz
Ort: Vor dem Bahide-Arslan-Haus
Beginn: 15.00
Ende: 19.00 Uhr
Anschrift: Mühlenstraße 9, Mölln
Offenes Gedenken

weitere Mobilisierungsveranstaltungen siehe:

http://gedenkenmoelln1992.wordpress.com/

Mölln Gedenkkundgebung 2014

Die Gedenkkundgebung anlässlich der rassistischen Brandanschläge in Mölln 1992 findet in diesem Jahr am 23.11.2014 ab 15 Uhr vor dem Bahide-Arslan-Haus in Mölln statt. Es folgt der diesjährige Flyertext. Die türkische Übersetzung befindet sich im Anschluss an den deutschen Text.

23.11.2014 – 22. Jahrestag des rassistischen Brandanschlages von Mölln

anıları canlı tutma mücadelesi
das erinnern erkämpfen
reclaim and remember

Die Erinnerung zurück zu erkämpfen – an das Geschehene, an das Vergessene, an das Verschwiegene, an das unter den Teppich Gekehrte, an die Ursachen und die Folgen, an das Davor und das Danach. Diese Forderungen sind nach wie vor aktuell.

Das Haus der Familie Arslan wurde am 23.11.1992 von neofaschistischen Tätern mit Molotow-Cocktails angezündet. Bei dem Anschlag wurden die 10jährige Yeliz Arslan, die 14jährige Ayşe Yilmaz und die 51jährige Bahide Arslan ermordet. Weitere Familienmitglieder wurden teilweise sehr schwer verletzt. Zuvor hatten die Neonazis bereits einen Brandanschlag auf die Ratzeburger Straße 13 verübt, wo ebenfalls Menschen türkischer Herkunft wohnten. Neun von ihnen erlitten schwere Verletzungen.

Gedenken ist nichts Abstraktes. Gedenken ist persönlich und darin politisch. Gedenken trägt viele Facetten in sich: Wut und Stille, Trauer und Verzweiflung. Im Gedenken und Erinnern gibt es Brüche, Veränderungen und Unterschiede. Gedenken ist lebendig. Gedenken hält die Ermordeten lebendig. Gedenken ist immer mit den Menschen verknüpft, an die gedacht wird. Es geht um die Menschen, die fehlen. Es geht um die Erinnerung derjenigen, die überlebt haben. Im Gedenken sind die Angehörigen der Ermordeten und die Überlebenden rassistischer und neofaschistischer Gewalt unverzichtbar.

Sie sind keine Statisten. Sie mundtot zu machen, ist ein Angriff gegen sie als Zeugen des Geschehenen und gegen ihr Erinnern. Dem Angriff treten wir gemeinsam entgegen. Deshalb sollten die Vorstellungen der Überlebenden rassistischer und faschistischer Gewalt Maßstab für Gedenken sein. Und dafür gilt es nach wie vor, weitere Orte des Erinnerns und der Begegnung zu schaffen. Unsere Aufgabe als Antirassistinnen und Antifaschistinnen sehen wir darin, diese Orte mit zu schaffen. Orte, die jenseits des offiziellen Gedenkens liegen.

Viele Betroffene rassistischer und neofaschistischer Gewalt gehen schon lange einen Weg jenseits staatlicher Erinnerungspolitiken. Darin möchten wir euch weiter begleiten. Und auch Ressourcen, also Mittel, zur Verfügung stellen.

Einigen ist es möglich, von dem Geschehenen zu erzählen. Eure Stimmen sind wichtig. Wir wollen sie hören.

„Freundeskreis im Gedenken an den rassistischen Brandanschlag von Mölln 1992“
Gedenkveranstaltungen:

Donnerstag 06. November 2014
„Möllner Rede im Exil“

Es sprechen:
Adetoun Küppers-Adebisi
Autorin, Publizistin, Lehrbeauftragte für Schwarze- und Afrikanisch-Deutsche Literatur (Humboldt Universität zu Berlin)

und

Angehörige der Familie Arslan

Ort: Glockenhaus
Beginn: 19.00 Uhr
Anschrift: Glockenstraße 9, 21335 Lüneburg
Eintritt Frei

Sonntag, 23. November 2014
„Reclaim and Remember“
Offenes Gedenken an Bahide und Yeliz Arslan und Ayşe Yilmaz
Ort: Vor dem Bahide-Arslan-Haus
Beginn: 15.00
Ende: 19.00 Uhr
Anschrift: Mühlenstraße 9, Mölln
Offenes Gedenken

weitere Mobilisierungsveranstaltungen siehe:

http://gedenkenmoelln1992.wordpress.com/

23.11.2014, Mölln’deki ırkçı kundaklamanın 22. Yıldönümü

anıları canlı tutma mücadelesi
das erinnern erkämpfen
reclaim and remember

Anıları yeniden kazanalım – olanları, unutulanları, susuşa getirilenleri, hasıraltı edilenleri, nedenlerini ve sonuçlarını, öncesini ve sonrasını. Bu talepler hâlâ güncel.

Arslan ailesinin evi 23. 11. 1992’de neo-faşistlerce Molotof kokteylleriyle kundaklandı. Bu saldırıda 10 yaşındaki Yeliz Arslan, 14 yaşındaki Ayşe Yılmaz ve 51 yaşındaki Bahide Arslan katledildiler. Diğer bazı aile fertleri kısmen ağır bir biçimde yaralandılar. Neo-Naziler daha önce Ratzenburger 13 adresinde, yine Türklerin oturduğu bir binayı kundaklamışlardı. Bu saldırıda dokuz kişi kısmen ağır şekilde yaralanmıştı.
Anmak soyut bir şey değildir. Anmak kişisel ve bu bağlamda da siyasidir. Anmak birçok şeyi içinde barındırır: Öfke ve sessizlik, yas ve çaresizlik. Anma ve hatırlamada kırılmalar, değişimler ve farklılıklar olur. Anma canlıdır. Anma katledilenleri canlı tutar. Anma, hep anılan insanlarla bağlantılıdır. Mesele artık aramızda olmayan insanlardır; hayatta kalanların onları anmasıdır. Öldürülenlerin yakınları ve ırkçı şiddetten kurtulanlar anmanın ayrılmaz parçalarıdırlar.
Onlar figüran değildir. Onları susturmak, yaşananların tanığı olarak onlara ve hatıralarına saldırmaktır. Bu saldırıya hep birlikte karşı çıkıyoruz. Ondan dolayı ırkçı ve faşist saldırılardan kurtulanların düşünceleri anmanın ölçüsü olmalıdır. Ve işte tam da bu nedenle başka anma ve buluşma yerleri yaratmalıyız. Biz anti-ırkçılar ve anti-faşistler olarak bu yerlerin yaratılmasını bir görev olarak görüyoruz. Resmi anmaların uzağında olan yerlerin.
Irkçı ve Neo-Nazi şiddetine maruz kalan birçok kişi uzun zamandan beri devlet anma politikasından ayrı bir yol izliyor. Bu yolda size refakat etmek istiyoruz. Ve destek yani kaynak sunmak istiyoruz. Bazıları için yaşadıklarını anlatmaları mümkün. Sizin sesiniz bizim için önemli. Duymak istiyoruz.
“1992 yılnıda Mölln’deki ırkçı kundaklamayı anmak için arkadaş çevresi”

Anma toplantıları:
6 Kasım, Perşembe günü
“Möllner Rede im Exil”
Konuşmacılar:
Adetoun Küppers-Adebisi
Yazar, yayıncı, siyahi ve Afrika-Alman edebiyatı öğretim görevlisi (Berlin Humboldt Üniversitesi)
ve
Arslan ailesi üyeleri
Yer: Glockenhaus
Başlama saati: 19:00
Adres: Glockenstraße 9, 21335 Lüneburg
Giriş ücretsiz

23 Kasım 2014, Pazar günü
“Reclaim and Remember”
Bahide ve Yeliz Arslan ile Ayşe Yılmaz için herkese açık anma.
Yer: Bahide Arslan Evi’nin önü
Başlama saati: 15:00
Bitiş saati: 19:00
Adres: Mühlenweg 9, Mölln

Diğer katılımı artırma etkinlikleri için bakınız:
http://gedenkenmoelln1992.wordpress.com/

Möllner Rede

Am 06. November findet die “Möllner Rede” erneut im Exil statt, in diesem Jahr im Glockenhaus in Lüneburg. Beginn ist 19 Uhr. Es folgt der Ankündigungstext.

DIE MÖLLNER REDE IM EXIL 

Bei einem rassistischen Brandanschlag am 23. November 1992 wurden die
10jährige Yeliz Arslan, die 14jährige Ayşe Yilmaz und die 51jährige
Bahide Arslan in Mölln ermordet. Weitere Familienmitglieder wurden
teilweise sehr schwer verletzt. Zuvor hatten die Neonazis bereits einen
Brandanschlag auf ein anderes Haus verübt, wo ebenfalls Menschen
türkischer Herkunft wohnten. Neun von ihnen erlitten schwere Verletzungen.


Die Möllner Rede ist seit 2009 Bestandteil des Gedenkens an die
Brandanschläge von Mölln. Im Jahr 2013 wollte die Stadt Mölln die
Gedenkveranstaltung wieder nach ihren Vorstellungen gestalten. Vorbei an
den Interessen der Überlebenden. Und wieder bestimmen, wer wann und wo
spricht, und wer überhaupt eingeladen wird. Die Möllner Rede wurde als
kritische Bestandsaufnahme zum gesellschaftlichen Rassismus und
Neofaschismus aus den offiziellen Gedenkveranstaltungen gestrichen. Sie
fand daher am 22.November 2013 im Hamburger Rathaus statt. 

In diesem Jahr findet die Möllner Rede erneut im Exil statt. Im Rahmen der
Ausstellung „Opfer rechter Gewalt" in Lüneburg. In diesem Jahr wird
Adetoun Küppers-Adebisi die Rede halten 

DONNERSTAG, 6. NOVEMBER 2014 
19 UHR 
GLOCKENHAUS 
LÜNEBURG 

Adetoun Küppers-Adebisi ist Diplom-Wirtschaftsingenieurin und schreibt an
ihrer Doktorarbeit zu Gender und postkolonialem Wastemanagement zwischen
Deutschland und Afrika. Die Präsidentin von AFROTAK TV cyberNomads, dem
Schwarzen Deutschen Kultur, Medien und Bildungsarchiv infiltriert mit
eigenen Wissensmanagement-Ansätzen den weißen Mainstream. Gegenwärtig
arbeitet die Autorin und Publizistin als Lehrbeauftragte für Schwarze,-
und Afrikanisch-Deutsche Literatur an der Humboldt Universität zu Berlin.
Für ihr zivilgesellschaftliches Engagement hat die Kultur,- und
Medien-Aktivistin viele nationale und internationale Auszeichnungen
erhalten. Mutig und beharrlich verfolgt Adetoun Küppers-Adebisi ihr Ziel:
eine friedliche, gleichberechtigte Gesellschaft, die frei ist von
ethnischer, religiöser und geschlechtsspezifischer Diskriminierung. 

Eine gemeinsame Veranstaltung vom Freundeskreis im Gedenken an den
rassistischen Brandanschlag von Mölln 1992 und dem Lüneburger Netzwerk
gegen Rechts. 

www.gedenkenmoelln1992.wordpress.com 
www.netzwerk-gegen-rechts.net

Termine in Lübeck

In Lübeck finden in den nächsten Tagen einige Veranstaltungen statt, die wir für unbedingt unterstützenswert finden und euch deswegen auf diese Veranstaltungen aufmerksam machen wollen.

Vortrag: Textilproduktion und Arbeitsbedinungen in Bangladesch
04. Oktober 2014 | 20.00 Uhr | Vortrag von Thomas Seibert | DGB-Haus

04. Oktober 2014 | 21.00 Uhr | Antifa-Solikneipe | VeB Lübeck                 

Workshop: Kritik an der Textilproduktion und unsere Schlüsse
05. Oktober 2014 | 14.00 bis 17:30 Uhr, 13.00 Uhr Brunch | Workshop mit Thomas Seibert | Café Brazil

Love is equal! Gegen rechte Allianzen und Homophobie!

Am 29. September findet in Lüneburg eine Veranstaltung unter dem Motto “Keine Indoktrinierung an Niedersachsens Schulen! Bildungsplan der sexuellen Vielfalt stoppen!” der “Jungen Alternative”, die Jugendorganisation der AfD statt. Die Antifa Lüneburg/Ülzen hat gemeinsam mit den Salt City Antifas einen Aufruf gegen die Veranstaltung verfasst, den wir im Folgenden dokumentieren. Ebenfalls gibt es einen gemeinsamen Aufruf von Jusos, Grüner Jugend und der Antifa Lüneburg/Ülzen zu einer Protestveranstaltung an selbigem Tag. Mehr Infos hier.

“Love is equal!
Gegen rechte Allianzen und Homophobie!

Am 29. September 2014 will die “Junge Alternative” (JA), die Jugendorganisation der rechtspopulistischen und sozialchauvinistischen “Alternative für Deutschland (AfD), eine Veranstaltung unter dem Motto “Keine Indoktrinierung an Niedersachsens Schulen! Bildungsplan der sexuellen Vielfalt stoppen!” in Lüneburg durchführen.

Die JA will sich damit gegen Pläne der niedersächsischen Landesregierung positionieren, nach denen die Vielfalt sexueller und geschlechtlicher Identitäten im Schulunterricht thematisiert werden soll.

Zur Veranstaltung wurden neben dem Landesvorsitzenden der JA Niedersachsen, Sören Hauptstein, auch Anette Schultner und Eckhard Kuhla eingeladen. Anette Schultner ist nicht nur Beisitzerin im Landesvorstand der AfD Niedersachsen ist, sondern auch der sog. “Patriotischen Plattform” angehörig, dem extrem rechten Flügel in der AfD. Eckhard Kuhla tritt immer wieder mit reaktionären, homophoben, und antifeministischen Positionen in Erscheinung.

Aufstand der Spießer

Die JA trat im letzten Jahr mit Parolen wie “Verstand statt Ideologie” oder “Gleichberechtigung statt Gleichmacherei” auf. Ihre sexistische Kampagne “Ich bin keine Feministin” sorgte für mediale Schlagzeilen und machte deutlich, dass die JA ein zutiefst reaktionärer Verband ist. Sowohl die AfD-Jugend, als auch ihre Mutterpartei vertreten eine antifeministische und teils sogar maskulistische Ideologie, die sich durch alle Ebenen zieht. Das Frauenbild der AfD ist – so emanzipiert sie sich auch selbst beschreiben – ein verstaubtes und erzkonservatives, das schon lange überwunden sein sollte.

Die Miniformation der JA in Lüneburg, um Stephan Bothe aus Melbeck, präsentierte ihren reaktionären Charakter im Juli 2014 auf einer Veranstaltung mit Vertretern der russischen Botschaft. Offen zeigten sie so ihre Sympathie mit dem heutigen Russland unter Putin, wo Nationalismus, Homophobie und obrigkeitsstaatliches Denken zur offiziellen Politik gehören. Die dortigen antidemokratischen Verhältnisse und die Macht der Oligarchen sind offensichtlich Vorbild für Stephan Bothe und seine “Junge Alternative”.

Nun präsentieren sie sich und ihr rückwärtsgewandtes Weltbild erneut auf einer Veranstaltung, bei der der Ekelfaktor wieder extrem hoch sein wird. Mit dem Thema der Veranstaltung will die JA an eine rechte Allianz anknüpfen, die von christlich fundamentalistischen Personen und Organisationen; antimuslimischen Rassisten um den Internetblog PI-News, diversen neurechten Aktivisten und Gruppierungen; Wertkonservativen, der AfD, bis hin zu offenen Faschisten reicht und massiv in Baden-Württemberg auftritt. Dieser Allianz ist die ohnehin schon weit voran geschrittene heteronormative Ausrichtung der hiesigen Gesellschaft noch nicht genug. Ziel ist es, sich als “Bürgerbewegung” zu etablieren und so politischen Druck aufzubauen, um einen Rollback weiter voranzutreiben.

Befreiung von diskriminierenden Mustern
durch den Einzug sexueller Vielfalt im Bildungsplan

Sexualerziehung ist ein wichtiger Bestandteil von Bildung. Sexuelle Selbstbestimmung setzt voraus, dass Menschen befähigt werden, positiv, respektvoll und verantwortungsvoll mit der eigenen Sexualität umzugehen, und dies beinhaltet, ein Bewusstsein zu entwickeln über die eigenen Bedürfnisse und Rechte. Es bedeutet auch, Sexualerziehung mit einer Gender Perspektive zu versehen, um einen kritischen Blick auf Geschlechterstereotype zu entwickeln und über die ganz persönlichen Beschränkungen, die damit verbunden sind. Es bedeutet weiterhin, keine Vorurteile und Stereotype zu verbreiten, die der Rechtfertigung von Diskriminierung und Gewalt gegenüber irgendeiner anderen Gruppe dienen, sondern eine Diversity Perspektive einzunehmen, die unterschiedliche sexuelle Orientierungen und Geschlechteridentitäten umfasst.

Befreiung ist für die AfD verwirrend

Die AfD fordert “Kein Bildungsplan sexuelle Vielfalt in Niedersachsen”. Am 29. September 2014 soll Eckhard Kuhla als Referent diese Forderung inhaltlich füllen. Eckhard Kuhla tritt unter anderem als Autor antifeministischer Werke in Erscheinung und ist mit Gerhard Amend (“Schließt die Frauenhäuser”) eins der Gründungsmitglieder von Agens e. V.. Agens e. V. propagiert in seinen Texten sehr deutlich seine Meinung des Ziels von Gender Pädagogik: “Eine grundsätzliche Verunsicherung der Identitätsfindung bei den Kindern, die Vielfalt sexueller Identitäten soll Normalität werden und damit auch die Homosexualität, dass wiederum bedeutet: Die Zerstörung der klassischen Familie mit Mann, Frau, Kind(er).”

Somit ist es kaum verwunderlich, dass sich Mitglieder von Agens e. V. – allen voran Eckhard Kuhla – an der Stuttgarter “Demo für Alle” mit Redebeiträgen beteiligten und als Bündnispartner der Demo fungierten, fühlten sie sich dort ja in guter Gesellschaft unter dem Motto “Ehe und Familie vor – Stoppt Gender Ideologie und Sexualisierung unserer Kinder”. In der Stuttgarter “Demo für Alle” fanden sich unter anderem stets Anhänger evangelischer Freikirchen, konservative Katholiken; begleitet von Funktionären und Mitgliedern der AfD. Das Bündnis der “Demo für Alle” bezieht sich in seiner Entstehungsidee auf die französische “Manif pour tous” Sammelbewegung, die u.a. gegen die Option einer gleichgeschlechtlichen Eheschließung homosexueller Paare sowie deren Möglichkeit zur Adoption von Kindern demonstrierte. Das durch die u.a. steigende TeilnehmerInnenzahl der Demos entstandene politisch angespannte Klima der Angst und Gewalt gipfelte am 05.06.2013 in dem Mord an dem Antifaschisten Clément Méric durch Neonazis. Die “Manif pour tous” sind weitergegangen, haben sich weiter geöffnet und mündeten in den Demos “Tage des Zorns”, die ein offen rechtes und neofaschistisches Publikum ansprechen und um sich sammeln.

Die aktuelle Gemeinsamkeit dieser Sammelbewegungen sind die Wahrung eines traditionellen Bildes der Familie. Die “normale” Familie besteht demnach aus Vater, Mutter, Kind(er). Das “normal” bezieht sich auf Heterosexuell. Wer diesem Bild nicht entspricht soll zwar weiter in der Gesellschaft existieren dürfen aber sich doch bitte nicht als normal darstellen. Diese Unterscheidung zeigt deutlich das Verständnis von Menschsein hinter ihrer Argumentation auf. Auf der einen Seite die normalen Menschen und auf der anderen Seite die Abnormalen. Die Akzeptanz sexueller Vielfalt als Ziel eines Schulunterrichts empfinden sie als existenzielle Bedrohung ihres reaktionären Weltbildes und bezeichnen es tarnend als Verwirrung und Verunsicherung in der Entwicklung von Kindern.

Befreiung von rückwärtsgewandten Denkmustern
ist für uns eine attraktive Zukunft

Sexuelle Vielfalt stößt in der Gesellschaft nach wie vor noch auf wenig Akzeptanz. Diskriminierung und gewalttätige Übergriffe gegen Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen sind weiterhin trauriger und erschreckender Alltag. Wir wollen die konstruierten sozialen Hierarchien auflösen und das überwiegend bestehende heteronormative Umfeld hinterfragen. Die Irritation vorherrschender Sehgewohnheiten in Bezug auf Geschlecht, Sexualität und Lebensformen ist für uns ein wichtiger Schritt auf dem Weg in eine solidarische Gesellschaft ohne Ausbeutung, Herrschaft und Diskriminierung.

Dem Sexismus und der Homophobie der reaktionären Allianz setzen wir eine gleichwertige Vielfalt entgegen, die auf die Prinzipien Chancengleichheit und Gleichberechtigung aller Menschen zielt.

Gemeinsam gegen rechte Allianzen, Homo- & Transphobie, Antifeminismus, Patriarchat und Heteronormativität!

Dem rückwärtsgewandten Mittelaltertreiben
den Mittelfinger zeigen!

Antifaschistische Aktion Lüneburg/Uelzen
S.C.A. [Salt City Antifas]“

Last Minute

Last-Minute-BannerIn Glinde gibt es immer noch einen Thor Steinar Laden. Am 20.09.2014 um 12:30 Uhr findet eine Demonstration in Glinde statt. Weitere Informationen zur aufkeimenden Neonaziszene in Glinde findet ihr auf der Seite der Kampagne “Last Minute“.

 

Jugendkongress in Lübeck

“Der offene linke Jugendkongress 2014 richtet sich an alle Schüler_innen, Studis, Azubis und andere junge Leute, die Lust haben sich auszutauschen, zu vernetzen, sich einen Freiraum zu schaffen und sich politisch weiterzubilden.
Vorwissen und Skills sind nicht von Nöten. Wir bieten verschiedene interessante Workshops, Diskussionen und ein fettes Rahmenprogramm.”

Weitere Informationen erhaltet ihr hier.

Linker-Jugendkongress-Lübeck

Reclaim and Remember Konzert

KONZERT: „RECLAIM AND REMEMBER“

In der Nacht auf den 23. November 1992 verübten Neonazis zwei Brandanschläge auf von Migrant_innen bewohnte Häuser in Mölln (Schleswig-Holstein). Bahide und Yeliz Arslan und Ayşe Yilmaz starben, mehrere Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Auch in diesem Jahr gedenken Gruppen, Initiativen und Einzelpersonen den Opfern und Betroffenen der rassistischen Brandanschläge. Neben der „Möllner Rede im Exil“ (genauer Ort wird noch bekannt gegeben) und einer Gedenk-Kundgebung am 23. November in Mölln wird es erneut auch ein Gedenkkonzert geben.
Diesen Abend wollen wir gemeinsam mit  Unterstützer_innen, Freund_innen, Familie und Sympathisant_innen verbringen. Gleichzeitig sollen mit den Einnahmen des Konzertes unsere Kosten für die jährlichen Gedenkveranstaltungen und die antirassistische Arbeit gedeckt werden. Wir wollen informieren und mobilisieren.

Auf der Bühne stehen:

REFPOLK (Berlin) gemeinsam mit DAISY CHAIN (Thessaloniki) und MISS ZEBRA (Athen) – RAP

ALLTAG (Bremen) – RAVEPUNK

ONEJIRU (Hamburg) – Singer-Song-Writing, Afrobeat, Reggae Soul

CHASSY WEZAR (Hamburg) – DUB

Weitere Informationen in Kürze auf:

http://gedenkenmoelln1992.wordpress.com/

https://de-de.facebook.com/GedenkenMolln1992

DATUM: Freitag, 12.September 2014
EINLASS: 19 Uhr

EINTRITT: 6 € – 10 €
ORT: Treibsand (Alternative, Willi-Brandt-Allee 9, 23554 Lübeck (www.treibsand.org)

Neustart

Nach einiger Überlegung haben wir uns entschieden, unsere Homepage ein wenig umzugestalten. Wir sind auf ein WordPress Theme gewechselt, welches sich auch problemlos über Handy und Tablet ansehen lässt, ohne dass sich etwas verschiebt. In den nächsten Tagen werden sicherlich noch ein paar Umbauten stattfinden, wir bitten dies zu entschuldigen. Wenn ihr Anregungen oder Kritik habt, könnt ihr sie uns gerne per Email zukommen lassen.

Der alte content wird weiterhin abrufbar sein. Ein Link dafür wird demnächst bereitgestellt.

ahl logo klein

Refugees Welcome – Fight Rascism

Im Folgenden dokumentieren wir einen Artikel von linksunten.indymedia.org

 

“In der Nacht vom 01.07.2014 auf den 02.07.2014 wurde in Lübeck, das Parteibüro der Grünen mit dem Schriftzug “Refugees Welcome – Fight Racism” verschönert. Wir zeigen mit dieser Aktion unsere Solidarität mit den Refugees in der besetzten Gerhart Hauptmann Schule.
Zu den Hintergründen und der aktuellen Situation hier und hier.

Zeigt euren Protest gegen die rassistische Politik in allen Formen, in jeder Stadt immer und überall!

Für Bleiberecht!
Gegen Abschiebungen!
Gegen Gefahrengebiete und Sperrbezirke!
Gegen paramilitärische Polizei!”