Gedenkveranstaltungen Brandanschlag Mölln 2016

flyer-bildAuch in diesem Jahr finden Gedenkveranstaltungen anlässlich des Jahrestages der rassistischen Brandanschläge in Mölln am 23.11.1992 statt. Erneut wird es die Möllner Rede im Exil sowie ein Solidaritätskonzert im Exil geben. Austragungsort ist diesmal Köln. Den Flyer als .pdf findet ihr hier.

Möllner Rede im Exil | 20.11.2016 | Kartäuserkirche Köln | 16 Uhr

Bestandteil der Gedenkveranstaltungen war seit 2009 immer auch die Möllner Rede, als kritische Bestandsaufnahme zum gesellschaftlichen Rassismus und Neofaschismus. Doch 2013 wurde die Möllner Rede aus den offiziellen Gedenkveranstaltungen gestrichen. Es passte der stets um ihren Ruf besorgten Stadt Mölln nicht in ihr Konzept, dass die Familie die Redner*innen selbst aussuchte. Seitdem lädt die Familie und der Freundeskreis im Gedenken an die rassistischen Brandanschläge in Mölln jährlich zur Möllner Rede im Exil ein.

In diesem Jahr wird die Möllner Rede in Köln gehalten. Auch Köln war in seiner jüngeren Geschichte mehrfach Tatort von rassistischen Anschlägen. So verübte allein der NSU zwei Bombenattentate, die MigrantInnen töten und in ihrem Umfeld Angst und Schrecken verbreiten sollten. Nur durch glückliche Zufälle wurde durch die Detonationen in der Probsteigasse im Jahr 2001 und in der bekannten Geschäftsmeile Keupstraße 2004 niemand getötet, aber zahlreiche Menschen zum Teil schwer verletzt. Es gibt ein Band, das die Opfer der Anschläge von Mölln und Köln verbindet. Sie eint nicht nur die Erfahrung, mit rassistischem Terror konfrontiert zu sein und als Opfer zum Täter erklärt worden zu sein, sondern auch die Erfahrung von Solidarität. Mitglieder der Familie Arslan waren oftmals in der Keupstraße zu Gast und haben hier den Opfern Mut zugesprochen. Sie haben sie darin bestärkt gemeinsam ihre Geschichte zu erzählen und Forderungen zu stellen. So ist die Familie Arslan ein Teil der Geschichte dieser Straße geworden, an dem heute Rassismus unüberhörbar angeklagt wird.

Die Möllner Rede findet in diesem Jahr zum sechsten Mal
statt und wird zum vierten Mal im Exil gelesen. Redner*innen der letzten Jahre waren unter anderem die Journalistin Beate Klarsfeld und Argyris Sfountouris, Überlebender des SS-Massakers im griechischen Distomo 1944.

Dieses Jahr wird die Rede von dem Schriftsteller und Menschenrechtler Doğan Akhanlı gelesen. In seinen Romanen und Aufsätzen, in Interviews und Projekten setzt Akhanlı sich immer wieder für den wahrhaftigen Umgang mit historischer Gewalt und für die Unteilbarkeit der Menschenrechte ein. Aktuell beschäftigt er sich u.a. mit der rassistischen Mord- und Anschlagserie des NSU.

Veranstalter*in: Initiative „Keupstraße ist überall“ & Kölner Tribunal-Forum, Freundeskreis im Gedenken an den rassistischen Brandanschlag von Mölln 1992 in Kooperation mit AWO Bezirksverband Mittelrhein

Solidaritätskonzert “Reclaim and Remember” | 26.11.2016 | Café Sabahçı, Keupstr. 87, Köln-Mülheim | 19h

Das Konzert zur Möllner Rede im Kölner Exil mit

* Mal Eleve (Irie Revoltes, https://www.facebook.com/irierevoltes/?fref=ts)

* Chaoze One, https://www.facebook.com/Chaoze.One.Official

* Esrap, https://www.facebook.com/ESRAP.djreco

* Microphone Mafia, https://www.facebook.com/Tcamicrophonemafia

Mehr Infos dazu findet ihr hier.